Donnerstag, 6. Januar 2011
Hoppla!
Im Ort steht an einem Gehweg eine 2 Meter hohe Mauer, darauf wuchert wild eine Buchenhecke. Hinter der in diesen Wochen kahle Hecke wetzt und kläfft sich ein Bordercollie-Mischling die überschüssige Energie aus dem Balg. Er kläfft Passanten an, Autos, Kunden der gegenüber liegenden Kreissparkassenfiliale, Mofas, Fahrräder, vorüberfliegende Vögel, den Wind, die Sonne, die Grashalme unter seinen Pfoten. Und rennt dabei wie ein Bekloppter an der Hecke hin und her.

Die Hündin kann diesen Kläffer nicht leiden. Würde man sie lassen, würde sie an der Mauer empor springen und beim Gekläffe mitmachen. Lässt man sie nicht, geht sie an der Mauer vorbei und jault und winselt dabei unter mühsam bezwungener Aufregung. So war es bisher. Nun aber kommt Maxe dazu. Der nämlich kann weder den aufgeregten Kläffer oberhalb der Mauer recht verstehen, noch das nervöse Gehabe der Hündin. Die Hälfte der Mauer geht er nebenher, beobachtend, lauschend, schauend, und kurz vor Ende der Mauer verfällt er in wildes Knurren und beisst die Hündin mit aufgestellten Nackenhaare seitlich weg. Die duckt sich kurz und geht dann eilig weiter, lautlos und sichtlich irritiert.

Ich versuche noch, das einzuordnen. Hat Maxe seine eigene Anspannung aufgrund des Tumults um ihn herum einfach an der Hündin abzubauen versucht oder meinte er, er müsse jetzt regulierend eingreifen? Wollte er eigentlich den Kläffer hinter der Hecke ermahnen, kam aber an diesen nicht heran und hat sich dann einfach den nächstbesten Hund gegriffen?

Muss ich in Zukunft damit rechnen, an dieser Mauer mit Hecke und rasendem Hund dahinter zwei nervöse Hunde vorbeiführen zu müssen?

Fragen über Fragen.