Es gab ja
1. diesen Unfall Ende März, der dazu führte, dass ich linksbeinig beschädigt bin, und dieses leider immer noch, weil sich die Wunde nach einer heftigen Nekrose nicht wirklich gerne schliessen mag. Der Maxe, der damals aus dem Auto gestürzt war, sich den Hinterlauf in der Anhängerkupplung verdrehte und vollkommen panisch um sich biss und mich dabei erwischte, findet meinen selbstklebenden Schaumverband an der Innenwade sehr interessant, jedoch mehr nicht. Der weiss davon nämlich nichts mehr. Inzwischen. In der ersten Woche danach jedoch traute er sich nicht, mir in die Augen zu sehen und rechnete wohl jeden Moment damit, von mir den Kopf abgebissen zu bekommen. Dass das nicht geschah, hat, so blöd das klingt, unser Verhältnis enorm verstärkt. Dass ich auch nach dreieinhalb Monaten nur mit Plastiktüte duschen kann, ist dem Hunde einerlei.
Die Röntgenaufnahmen des Maxens, zum
2. zeigten einige unschöne Dinge: ein sehr schlecht verwachsener Bruch der linken Vorderhand, eine komische Stelle an der linken Schulter und ein rechtwinklig verwachsener Bruch der Rutenspitze, die ohnehin um die 10 - 15 Zentimeter zu kurz ist. Da der Maxen keine Angst vor Autos hat, aber bei Pferden und ähnlichem Getier hysterisch wird, vermuten wir einen Unfall mit einem Huftier, plus/minus einer in einer Tür eingeklemmten Rute. Wie auch immer, den Beissunfall habe ich ihm verziehen, und das nicht nur wegen der Röngtenbilder. Positiv ist die unbeschädigte Hüfte zu vermerken, kein besonders schönes Becken, aber ein gesundes. Na, das ist doch schon mal was, finde ich.
3. zeigt der Malamut inzwischen auf dem Hundeplatz teilweise ein übles Verhalten anderen Hunden gegenüber. Ist Molly in der Nähe, kehrt er den
Stänkerjochen heraus und beknurrt ihm unsympathische Hunde mit gerunzelter Nase und stelzendem Gang. Nehme ich Molly zur Seite, ist er im Nu wieder der verhuschte, zurückhaltende Liebhund. Mir gefällt seine Stänkerei überhaupt nicht und nicht nur mir nicht. Zuletzt habe ich ihn ins Eck gebunden und sich selbst überlassen. Wer stänkert, darf nicht mehr mitmachen. Nach ein paar Minuten war er dann plötzlich wieder gruppenkompatibel und durfte nach ein paar weiteren Minuten wieder zurück ins Geschehen. Übrigens tat er nur couragiert, seine gesamte Körperhaltung indes sagte, er wolle das eigentlich gar nicht, müsse das aber jetzt einfach mal ausprobieren. Tz.
An
4. Stelle steht der Briefträger, der schon Molly nicht über den Weg getraut hat und sich nun auch noch einem den Hof verteidigendem Malamut gegenüber sieht. Ich finde ja, dass die Hunde ruhig anschlagen dürfen, wenn sich jemand fremdes nähert, meine bessere Hälfte findet das nervend. Darüber muss noch näher gesprochen werden.
Leider hat sich
5. der prächtige Gewichtsverlust der Hündin während der Läufigkeit innerhalber weniger Wochen wieder ins Gegenteil verkehrt und sie hat nun eine deutliche Wampe, obwohl wie gewohnt gefüttert wird und der Maxe bei dieser Nahrungsmenge wunderbar abgespeckt hat. Molly ist nun achteinhalb Jahre alt, und wahrscheinlich stellt sich ihr Stoffwechsel langsam um. Schade für die verfressene Seele, aber leider muss das berücksichtigt werden - ihr selbst zuliebe. Ich denke über Futtermengenverstärker nach und lande bei rohen Möhren oder gekochtem Gemüse. Die Hündin findet das leider widerlich. Tja, blöd, das alles, irgendwie.
Nicht unerwähnt bleiben sollte zum
6. die Platzierung der Hunde mitsamt Halter bei einer Spass-Hundeolympiade im Mai. Von 30 verfügbaren Plätzen landete Molly auf Platz 7 und Maxe auf Platz 15. Grandios, finde ich, vor allem für den Maxe, der an diesem Tag vorbildlich gesellig und vollkommen angstfrei war.
Riesenrespekt gebührt
8. dem
Tierheim Göttingen, das sich immer wieder Hunden aus Kroatien annimmt und diese nicht nur in bessere Lebensumstände übernimmt, sondern auch noch wundervoll in ganz neue Leben vermittelt. Als ob man dort nicht schon genug zu tun hätte... und doch tut man sich noch viel mehr an. Ein weiteres Mal ein riesiges Danke schön dafür.
9. sei gesagt, dass der Leinenzwang in Niedersachsen sich langsam dem Ende zuneigt, ich jedoch meine Zweifel habe, ob ich die beiden Felligen denn tatsächlich wieder ohne laufen lassen kann. So viel Hasen, Rehe, Karnickel, Füchse, Wildschweine und Co. gab es noch niemals hier in dieser Gegend. Die rennen einen fast um und überall raschelt und knackt es im Gebüsch, so dass ich ständig aufmerksame, adrenalingeschwängerte Hunde an meinen Leinen halte. Ich ahne das Fiasko ja bereits jetzt schon, wie kann ich denn dann unbekümmert die Karabinerhaken öffnen?
Unter
9a. fällt das am 1. Juli in Kraft getretene Gesetz zur Neufassung des Niedersächsischen Gesetzes über das Halten von Hunden und zur Änderung des Niedersächsischen Kommunalabgabengesetzes. Ich war bisher der Meinung, eine Hundehalterhaftpflichtversicherung wäre selbstverständlich und müsse nicht gesetzlich geregelt werden??!! Scheint nicht der Fall zu sein - da fragen sich dann die Leute, warum sie in allem gegängelt werden... :-)
Sollte der Sachkundenachweis in der jetzigen Form 2013 in Kraft treten, wird sich unter den Hundehaltern Spreu vom Weizen trennen, denn verantwortungsvolle Halter werden tief in die Tasche greifen, ihrem Tier zuliebe, und die anderen alle werden den
blöden Köter am nächsten Rastplatz festbinden und davonrasen - die Tierheime werden allerdings unter der zu erwartenden Last zusammenbrechen.
Und
10. sei zum Fellwechsel beim Malamut folgendes anzumerken: Stellen Sie sich das allerschlimmste Szenario vor, zu dem sie fähig sind, und dann verdoppeln sie diese Schrecklichkeit. Und dann seien Sie gewiss: es ist noch viel schlimmer!