Das andere Ende...
... der Leine ist der Mensch. Und der ist manchmal überaus dumm und schiebt dann dem Hund die Schuld in die nicht vorhandenen Schuhe. Zum Beispiel dann, wenn sich eine Familie mit Kleinkind einen CattleDog-Mix zulegt, diesen dann weder ausreichend beschäftigt noch vor dem Kleinkind schützt, und sich dann wundert, wenn der Hund tatsächlich dem beständig stochernden Finger des Kindes ein Zuschnappen entgegensetzt.
Nun sitzt der arme Kerl seit Ewigkeiten im Tierheim und wie es scheint, will ihn niemand mehr haben, denn ein Hund der einmal geschnappt hat, ist nun mal ein "Ladenhüter". Schade nur, dass es gerade der ausbaden muss, der am wenigsten dafür kann.
16. Februar 11
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Grenzenlos
Und wo sich andere noch den Kopf zerbrechen über die Unnötigkeit, Hunden aus anderer Herren Länder Hilfe angedeihen zu lassen, hat das Göttinger Tierheim ohne langes Fackeln gerade dieses getan und zwei arme Wesen aus Kroatien aufgenommen, als gerade Platz genug war. Ohne Diskussion über Sinn oder Unsinn, über die andere Seite von Mitleid, über deutsch oder eben nicht deutsch.
So einfach ist das manchmal.
31. Januar 11
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Hund, Land, Hilfe
Dieses liebe
Mädel wüsste ich sooo gerne zu Weihnachten in einer Familie mit Herz und Hundeverstand, dass es mich ganz traurig macht, hier noch nicht so weit zu sein, mit gutem Gewissen "Komm!" rufen zu können. Und die Freunde und Bekannten, denen ich es zutrauen würde, haben bereits einen Hund und trauen sich keinen zweiten zu. Dabei wäre gerade dieses Mädel doch ein fantastischer Zweithund!
Ich würde sie so gerne nehmen, aber der Maxe braucht noch Zeit. Zeit, sich ganz sicher zu werden in allem und vor allem im Umgang mit uns. Sicher darin, dass er sicher ist bei uns. Dass, egal, was er auch tut oder um ihn herum geschieht, alles gut ist. Dass auch Kritik nichts schlimmes ist, sondern einfach ein Ausdruck einer anderen Meinung und eines anderes Wunsches seiner Menschen, die ihn aber dennoch schätzen und lieben und ihm nichts böses tun. Ein halbes Jahr, so denke ich, braucht er insgesamt und dieses halbe Jahr ist Ende März nächsten Jahres um. Eigentlich keine lange Zeit, wenn man im Warmen sitzt und seine Kuschelecke hat. Sitzt man jedoch draußen im Tumult, dann schaut das schon anders aus.
Apropos anders: es stimmt, dass die hiesigen Tierheime voll sind und dringend nach Entlastung suchen. Und ja, auch die deutschen Tierasyle brauchen Unterstützung und dort warten unzählige Hunde auf ihre Menschen. Ebenfalls warten unzählige Welpen bei ihren Züchtern darauf, abgeholt zu werden. Und jeder Mensch soll sich seinen Hund dort holen, woher er mag. Von vorn herein jedoch auszuschließen, einen Hund aus dem Ausland zu holen, nur weil er eben nicht aus einer deutschen Notlage herausgeholt wird, ist für mich nicht nachvollziehbar. Mit einem solchen Heimatbewusstsein dürfte dann auch nicht die ausländische Herzensdame geheiratet werden, weil es in Deutschland genug einsame Frauenherzen gibt, die darauf warten, entdeckt und geliebt zu werden. Es dürften keine ausländischen Autos gekauft werden, weil die deutschen Autohäuser überfüllt mit Neuwagen sind. Viele Hunderassen dürfte es in Deutschland gar nicht geben, weil sie ursprünglich aus dem Ausland stammen und zu einer Zeit importiert worden sind, als Deutschland geradezu vor deutschen Schäferhunden strotzte. Und der französische Weichkäse im Supermarkt bedeutet dem deutschen Milchprodukterzeuger finanzielle Gewinneinbussen.
Das Argument, dass mit der Verneinung der Hilfe für nichtdeutsche Notfalltiere den ausländischen Hundeproduzenten das Wasser abgegraben werden soll, ist ein billiges Argument, denn es gibt ebenso viele deutsche Hundeproduzenten, wie es davon ausländische gibt. Wer hat noch nie in seiner Tageszeitung Anzeigen entdeckt, in denen Welpen vieler verschiedener Hunderassen angeboten werden und sich dabei nicht gefragt, wie das denn um Himmels willen zustande gekommen ist. Da hat nicht ein Hundliebhaber seine Hündin decken lassen, um die Welpen innerhalb der Familie aufzuziehen, sondern jemand hat aus Gewinnsucht mehrere Hündin werfen lassen und versucht nun, die Welpen zu verhökern. Diese werden sicherlich auch irgendwo landen, zuletzt dann im Tierheim, und sollen die nun auch aus den deutschen Tierheimen nicht genommen werden, um diese Art von Züchtern in ihre Schranken zu weisen? Wie soll das, bitte schön, gehen? Sollen die Hunde einen Lebenslauf bei sich tragen, aus dem hervorgeht, ob sie Hilfe erhalten dürfen, oder ob man sie aus pädagogischen Gründen bis an ihr Lebensende in einem Tierheim verbleiben lässt? Und wer ist letztlich gestraft worden? Tier oder Tierproduzent? Nein, so schön und durchdacht sich diese Thesen auch anhören mögen, so wenig lassen sie sich durchführen, ohne den zu strafen, der am allerwenigsten etwas dazu kann, nämlich das Tier.
Ich unterstütze durch Mitgliedschaft auch eines der hiesigen Tierheime und mehrere meiner früheren Hunde kamen aus der Gegend. Sollte ich eines Tages mein Herz an einen Hund eines hiesigen Tierheimes verlieren, wird dieser hier bei mir Einzug halten. Nicht, weil er aus eben einem hiesigen Tierheim, sondern weil es der Hund ist, der zu mir, zu uns passt und den ich gerne um mich hätte. Was ich aber niemals tun werde und auch noch nicht getan habe ist, einen Welpen bei einem Züchter zu kaufen. Nicht, weil ich nicht wüsste, dass es liebevolle und verantwortungsbewusste Hundezüchter gibt, sondern weil ich weiss, dass ich zu den Menschen gehöre, die einem "Gebrauchthund" eine zweite Chance zu geben vermögen - ungeachtet dessen, ob der einen deutschen Lebenslauf hat oder einen vom Nordpol oder Mars.
Übrigens spende ich regelmäßig Geld für notleidende Kinder aus aller Herren Länder, obwohl ich weiß, dass auch deutsche Kinder von Armut bedroht sind. Ich kann die Welt nicht retten, niemand kann das alleine tun, aber irgendwo muss man ja anfangen, und deshalb gibt es Menschen, die im Inland helfen und solche, die es im Ausland tun, so wenig diese Hilfe auch bewirken mag und so laut auch die schreien mögen, die meinen, man würde im Ausland damit nur die tyrannische Regierung stützen, die sich ja auch nicht um das eigene Volk schert. Mag sein, sage ich, aber wer wird durch Missachtung ausländischer Not gestraft - der Tyrann oder das hungernde Volk? Und was wäre, wären wir hier die "Ausländer", die dringend Hilfe brauchen und der Rest der Welt würde sagen: "Was geht es mich an, die haben doch selber Schuld daran" ? Wir würden das natürlich verstehen und schulterzuckend im eigenen Elend versinken... oder vielleicht doch nicht?
13. Dezember 10
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Weihnacht ist Hoffnung
Die Post ist fertig. Das Schwerste daran war, herauszufinden, wie die Anschrift zu gestalten ist. Mit Hilfe der lieben Frau des deutschen Tierschutzvereins klappte das schließlich auch. Ein paar Fotos vom Maxe dazu und im Internet ersuchte Weihnachtsgrüße auf kroatisch. Ein so kleiner Aufwand, der hoffentlich große Freude schenkt.
Die Bilder der Hunde, die da knöcheltief im Wasser stehen, Schutz nur in durchweichten Hütten finden und Tag und Nacht durchnässt verbringen - für mich sind das Fotos, die ich anschaue und mich dann etwas anderem widme. Die Tierschützer in Kroatien jedoch, können sich nicht einfach etwas anderem widmen. Sie stehen selbst im Wasser und sehen das Elend. In echt und nicht nur auf Fotos. Solche Menschen, die täglich zur Tötungsstation fahren und die Hunde dort Gassi führen, weil im Tierasyl kein Platz mehr ist und ihnen das Herz bricht, bei dem Gedanken an die verängstigten, todgeweihten Tiere dort. Sie hoffen, die Hunde morgen oder übermorgen mitnehmen zu können, und sie hoffen, dass diese solange durchhalten, in der unbeschreiblichen Atmosphäre der Tötungsstation, bis sich ein Platz im Asyl finden lässt. Solche Menschen, die in Supermärkten leere Kartons sammeln, um den Hunden daraus Schutzzonen zu bauen, in denen sie sich ansatzweise zurückziehen können, weil es an allem mangelt im Spas, nur nicht an Hoffnung. Hoffnung! Darauf, dass einige der Hunde es schaffen, ein hundewertes Leben führen zu dürfen. Beschützt und respektiert, mit einem sicheren Platz in einer sicheren Umgebung und so gehalten, dass es einfach Hunde sein dürfen, bis ans Ende ihres leidgeprüften Lebens.
Ich schäme mich für die freundlichen Zeilen und den Dank darin, nur weil ich einen Hund aufgenommen habe von dort. Die freundliche Frau vom deutschen Tierschutzverein macht mich verlegen und ich denke jedesmal, dass das so nicht stimmt. Ich sitze in Deutschland in meinem warmen, trockenen Haus und ich sorge dafür, dass alles so ist, wie es sein soll. Und dann kann ich ruhig schlafen und alles ist gut und was noch nicht gut ist, wird es werden, dessen bin ich mir sicher. Doch solche Menschen wie die handvoll Tierschützer im Asyl Spas, solche Menschen haben nur ihre Hoffnung, während sie teilweise unerträglich panisch verängstigte Tiere mit offenen, eiternden Wunden versorgen und es niemals so ist, wie es sein soll, weil das einfach nicht zu schaffen ist. 400 Tiere auf fünf Menschen. Jeden Tag. Niemals wird es so sein, dass es gut ist und ich habe allergrößten Respekt vor diesen Menschen, die dennoch nicht aufgeben, in dieser geradewegs auswegslosen Situation. Sie machen weiter. Jeden Tag. Und geben ihr Bestes. Jeden Tag. Trotz allen chronischen Elends. Ich könnte das nicht. Ich würde vermutlich eines Tages nicht wiederkommen, weil ich es nicht ertragen könnte, immer nur ein Loch zu stopfen, während ringsherum hundert neue aufbrechen. Immer nur einem Tier eine gewissen Annehmlichkeit zu bereiten, während hunderte anderer im Wasser stehen. Ich würde es irgendwann nicht mehr ansehen können, das Elend.
Dem Maxe geht es gut. Und jeden Tag besser. Er hat noch gewisse Ängste, aber sie werden weniger. Und wenn er einmal furchtsam zurückweicht, lässt er sich inzwischen rasch wieder beruhigen. Im Schnee kann er nicht langsam gehen, nein, er muss rennen. Den Rücken zu einer Kugel gebogen, den Schwanz erhoben, rast er wie ein Irrer durch die Schneewehen. Er liebt es, weit voraus zu laufen und sich dann von mir zurückrufen zu lassen. Noch ein wenig schneller und noch ein wenig schneller kommt er zu mir zurückgerast und es scheint fast, als würde er breit grinsen. Er schläft morgens gern ein bisschen länger und liebt seinen Kong über alles. Stundenlang lutscht er daran herum, auf der Suche nach einem letzten Krümelchen. Nur den Opa, den mag er immer noch nicht. Und das wurmt den Opa sehr. Daraus haben die beiden eine Art Ritual entwickelt: Der Opa lockt den Hund und der Hund weicht zurück, lässt sich auf keinen Fall vom Opa anfassen und wenn der Opa ihn gar nicht in Ruhe lässt, bellt der Hund verhalten. Es braucht nur einen klugen Kopf, um dieses Ritual zu durchbrechen. Ich warte noch immer, dass einer der beiden diesen klugen Kopf benutzt.
Es weihnachtet. Weihnachten ist Liebe. Und Hoffnung.
08. Dezember 10
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