Nass, kalt, dunkel...
... geht es draussen zu. Da verfällt man ja beinahe in allertiefste Depressionen, mag sich im Bett verkriechen und vorerst nicht wieder aufstehen.
Diese Gedanken jedoch wischen zwei quicklebendige Hunde gleich wieder fort. Natürlich ist mir trockenes, helles Wetter lieber als diese Matsche da vor der Türe, aber wenn ich mir meine beiden haarigen Vierbeiner so anschaue, dann ist der elendige Matsch nur noch halb so schlimm.
Ein lieber Kerl ist der Maxe geworden und jeden Tag wird er noch ein wenig lieber. Wo er anfangs schon mal auf Durchzug geschaltet hat, ins nächste Gebüsch verschwunden oder noch ein Stückchen weiter gelaufen ist, schaut er nun sofort auf, rufe ich nach ihm. Sogar während seiner berühmten "5 Minuten", die sich durch irres im Kreisgerenne ankündigen, ist er ansprechbar und lässt sich heranrufen. Ich wage hier mal ganz kühn eine Quote von 95 % für erfolgreiche Rückrufe anzusetzen. Allerdings, so muss ich zugeben, ist die nicht alleine mit Freundlichkeit und langatmigen Bitten entstanden, sondern auch, und vor allem in letzter Zeit, durch energischeres Auftreten und hin und wieder eine geworfene Leine in Richtung des Hundes. Wie mir schon von Anfang an klar war, darf man dem Charme von Maxe nicht blindlings erliegen, darf nicht in dem Mitleid für den "armen Hund" stecken bleiben und darf vor allem nicht glauben, dass der Hund nicht genau weiß, was man von ihm verlangt. Er weiß es nämlich, wartet aber gerne ab, ob man auch dabei bleibt oder es sich vielleicht anders überlegt, wenn er nur ein Weilchen zögert. Das darf man ihm jedoch nicht gestatten, denn mit jedem Male, bei dem der Hund durch Zögern oder Herumbummeln ein Kommando erfolgreich ignoriert hat, verfestigt sich eben diese Ignoranz. Und irgendwann begleitet man den Hund auf seiner Runde durch die Felder anstatt dass der Hund den Menschen begleitet.
Dumm ist er nicht, der Maxe, er tut nur manchmal so. Also hat er doch recht schnell begriffen, dass ich es ernst meine, wenn ich ihn rufe. Um ihm nicht den Eindruck zu vermitteln, dass mit jedem Rufen der Spaß vorbei ist, rufe ich auch einfach mal zwischendurch, lobe ihn fürs Kommen und lasse ihn sofort wieder abzischen. Wie sich gezeigt hat, mag der Maxe unterwegs keine Leckerchen, egal, um was es sich handelt, ist jedoch immer dankbar für ein freundliches Wort und ein aufmunterndes "Weiter". Wie es scheint, reicht dem Hund bereits das Wissen, dass alles okay ist, ich mit ihm und seinem Tun einverstanden bin und er sich ganz sicher sein darf und soll, dass wir vollkommen entspannt und in freundschaftlicher Eintracht unsere Runde drehen. Bin ich aufmerksam genug, ihn heranzurufen, bevor er in den Hasenbüschen verschwinden kann, lassen sich so auch seine Jagdambitionen unterbinden.
Es mag makaber klingen, aber gerade Maxens schlimme Erfahrungen sind im Miteinander mit ihm ein Vorteil. Er ist tatsächlich dankbar für jedes liebe und gute Wort, jede freundliche Geste, jedes Lob und jede Bestätigung und er will alles richtig machen und seinen Menschen gefallen. Ein Hund, der keine bösen Erfahrungen gemacht hat, verschwendet wohl keinen Gedanken daran, ob er "gefällt" und "alles richtig macht". So ein Hund ist eben einfach Hund und glaubt, ihm gehöre die Welt ohne Einschränkungen (natürlich im Rahmen der Erziehung, die man ihm angedeihen lässt). Maxe hingegen, stellvertretend für unzählige andere Hunde mit solchem Vorleben, schaut schon sehr darauf, was seine Leute von seinem Tun halten. Bei ihm kann sehr viel über positive Bestätigung erreicht werden, ohne den Hund massregeln zu müssen. Und dort, wo eine hundegerechte Strafe angebracht wäre, reicht es beim Maxe bereits sehr oft, ihn mit den Augen zu fixieren, sich ein wenig aufzuplustern und ein paar Schritt in Habachtstellung auf ihn zuzugehen.
Auch nach nunmehr vier Monaten zeigt Maxe keinerlei Aggressionen gegenüber Menschen und Hunden gegenüber allerhöchstens eine Defensiv-Aggression, wenn er sich von einem fremden Hund zu sehr bedrängt fühlt. In den Gruppenstunden der Hundeschule biedert er sich sogar einem immer wieder aufreitenden Rüden an, unterwirft sich ihm aktiv, läuft diesem sogar nach, um ihm geradezu seine Demut aufzudrängen. Er ist nicht mehr überwiegend damit beschäftigt, Menschen und Hunde zu beobachten und deren Absichten zu analysieren, sondern lässt sich nun tatsächlich auf mich alleine ein und gibt sich alle Mühe, die Übungen gut mitzumachen. Allerdings bringt er uns alle oft zum Lachen, wenn er sich nach einiger Zeit einfach auf den Rücken schmeisst und so zum Ausdruck bringt, dass er nun genug hat und nicht mehr mitmachen mag. Wenn man ihn dann vollkommen ignoriert, springt er irgendwann wieder auf, als wolle er sagen "na gut, ein bisschen noch, aber bitte nicht mehr ganz so lange".
Molly gegenüber ist er ebenfalls sehr lieb und er begegnet ihr mit Respekt, selbst dann, wenn er gerade irgendeine Albernheit im Kopf hat. Die beiden haben sich zu einem wunderbaren Team zusammengefunden und es macht Spass, ihren Umgang miteinander zu beobachten. Manchmal scheint es, als würde Molly diesen tollpatschigen Quatschkopf gar nicht wirklich ernst nehmen, und manchmal sieht es so aus, als würde sie ihn in Begegnungen mit fremden Hunden zu beschützen versuchen. Nötig ist das jedoch nicht, denn Maxe ist so überaus behutsam und vorsichtig, dass er auch dem grössten Raufbold umgehend den Wind aus den Segeln nimmt.
Hin und wieder kommt es mir so vor, als würde Maxe glauben, er wäre gerade mal 6 Monate alt und noch kein erwachsener Hund von ungefähr 19 - 21 Monaten. Es scheint, als wolle er die versäumte Zeit nun einfach nachholen. Inwiefern das Auswirkungen auf das Zusammenleben mit ihm haben wird, wird sich noch zeigen. Momentan ist von Pubertätsgehabe nichts zu merken, stattdessen fühlt man sich bei Maxe eher an einen Welpen erinnert, als an aufstrebenden Halbstarken.
Nach wie vor ist er am Abend froh, wenn Ruhe einkehrt und ab 21.00 Uhr schnarcht er tief und fest und muss zum letzten Pinkeln vor die Tür geschoben werden. Die anfänglichen Prognosen der Hundeschule, wir würden ein Problem mit der Auslastung eines Malamut bekommen, haben sich bisher nicht bewahrheitet. Und ist jedoch klar, dass Maxe sich beständig weiterentwickelt und wir schauen einfach mal, was da noch kommen mag.
11. Februar 11
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Ob das neue Jahr
... sehr viel anders wird, als das alte, wird sich schon zeigen. Gezeigt hat sich indes bereits, dass der Maxe dem Silvesterkrach absolut souverän gegenüber steht. Wo Molly bereits ab hellem Nachmittag zu hecheln und zu sabbern anfing, zuckte der Maxe nicht einmal mit den Ohren. Sein Interesse galt in keinster Weise dem Geknalle der Kinder und Jugendlichen vorm Haus, sondern viel mehr den Gerüchen aus der Küche, wo wir mit Freunden bei Fondue und Kartenspiel saßen.
Molly, durch eine Augenentzündung ohnehin nicht ganz auf dem Posten, war auch am Neujahrstag nicht recht zu gebrauchen. Jedes gerade angefangene Spiel mit Maxe brach sie sofort ab, wenn sie auch nur vermutete, dass irgendwo jemand einen Böller gezündet hat. Der Maxe fand das äusserst doof und zeigte sich plötzlich aufmüpfig der Hündin gegenüber, die bisher stets ganz klar das Kommando unter den Hunden gab. Mich nicht einmischend, beobachtete ich, wie das Kräfteverhältnis zu kippen drohte. Und dann hatte ich die Idee, mich viele Wochen nach der Knieoperation wieder einmal auf dem Crosstrainer auszutoben. Rückwärtsgehend, mit eingeklemmten Schwanz und verhalten bellend, sprang der Maxe entsetzt davon, als ich das Gerät in Fahrt brachte. Und traute sich auch nicht mehr aus dem Flur zurückzukehren. Ihn nicht weiter beachtend, war ich darauf bedacht, eine halbe Stunde vollzumachen, als plötzlich die Hündin von ihrem Lager aufstand und sich direkt vor die sich bewegenden Handgriffe stellte. Dort blieb sie stehen, weder mich, noch den Crosstrainer ansehend, sondern den Blick direkt und fest auf Maxe gerichtet, der am Ende des Flurs ängstlich an die Haustür gedrückt saß. Die wettgemachten Punkte, die die Hündin sich damit erschlichen hat, verlor sie allerdings am Abend durch vermehrtes Sabbern und Hecheln nach einem Knall draußen vorm Fenster.
Herr Maxe von Plootsch wird noch immer und stets sicherer im Umgang mit sich selbst und seiner Umwelt. Hundebegegnungen im freien Feld meistert er mit neugierig erhobener Rute und souveräner Körpersprache. Auf Teilstücken, die wenig befahren und sehr übersichtlich sind, geht er inzwischen auch im Dorf ohne Leine, tendiert aber dazu, weit vorauszulaufen, so dass wir ihn oft daran hindern müssen, in fremde Gärten zu spazieren. Diese grosse Neugier, trotz aller Ängste, die er nach wie vor hat, ist zwar mitunter lästig, aber durchaus verständlich, ist doch davon auszugehen, dass Maxe bisher kaum bis gar nichts gesehen hat von der Welt um ihn herum. So lassen wir ihn nach wie vor möglichst ausgiebig schnüffeln und stöbern, und wenn es auch nur ein Plastiksack oder alter Gehstock ist, der ihn so dermaßen interessiert.
Sein Beweglichkeit hat weiter zugenommen. Musste man ihn anfangs beinahe ins Auto heben, springt er nun locker und aus weiter Entfernung hinein. Ebenso fliegt er geradezu über Gräben und jagt mit Vorliebe durch hohe Schneewehen. Das Vorankommen ist für den Menschen dieser Tage im Feld recht schwer. Der beständige Wechsel zwischen Frost und Tauwetter hat eine dicke Eisschicht wachsen lassen, die sich an vielen Stellen unter losem Schnee verbirgt. Die Wege sind mit Treckerspuren durchzogen und alles in allem ist jede Hunderunde anstrengend unwegsam. Und hier hat sich inzwischen gezeigt, dass der Maxe zwar auf der einen Seite endlich seinem jungen Alter entsprechend tollt und tobt, aber dennoch immer auch ein Auge auf uns Menschen hat. Bleiben wir stehen oder werden wir sehr langsam, um uns nicht die Beine auf einem sehr vereisten Wegstück zu brechen, kehrt er sofort um und kommt angerannt um nach uns zu sehen. Anfangs hat er für jedes Herankommen ein Leckerchen bekommen, aber angesichts der häufigen Unterbrechungen haben wir die Belohnungen deutlich heruntergeschraubt und es ist für den Hund jedesmal eine Überraschung, bekommt er doch noch etwas.
Maxe ist bei weitem noch nicht so zuverlässig und empfänglich für jedes noch so beiläufig gesprochene Kommando wie Molly, aber er reagiert immer schneller und sicherer. So bleibt er tatsächlich immer sofort stehen, wird ihm dieses aufgrund eines sich nähernden Fahrzeuges abverlangt. Ebenso springt er nicht unaufgefordert aus dem Auto, öffnet man die Wagenklappe, sondern wartet darauf, dass ihm dieses erlaubt wird.
Es scheint fast so, als wäre er sich selbst erst in den letzten Tagen darüber bewusst geworden, ein junger Hund von ca. anderthalb Jahren zu sein. Seine gesamte Körperhaltung hat sich verändert, seine Bewegungen sind ausholender, ungehemmter geworden und sogar sein Gesichtsausdruck ist ein anderer. Überdies hat er vor allem im Kopf- und Nackenbereich eine andere, viel hellere Fellfarbe bekommen und nun überwiegen die typischen Wolfsfarben in seinem Erscheinungsbild.
Und noch eines hat sich zum Jahreswechsel geändert: Maxe traut sich nun, sich dem Opa zu nähern. Zwar noch immer vorsichtig und zur Flucht bereit, aber immerhin! Anzumerken ist an dieser Stelle noch, dass das nicht der Verdienst von Opa war, sondern der Maxe irgendwann der klügere Kopf gewesen ist.
04. Januar 11
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Kleines Glück im ersten Schnee
Obwohl ich nach dem letzten Winter kein Freund von Schnee mehr bin und über Nacht die eine oder andere Flocke fiel - und liegenblieb - habe ich die Morgenrunde mit den Hunden sehr genossen, denn: Maxe konnte die ganze Strecke ohne Leine laufen! "Na und", mag so mancher jetzt sagen, der seinen Hund ständig ohne Leine laufen lassen kann, und so gar nicht versteht, warum mir deshalb schier die Sonne aus dem Allerwertesten scheint. Aber wer die Freude des Hundes gesehen hat, der da in Bocksprüngen durch die eingeschneiten Felder jagte, begreift meine Freude.
Dass der Maxe nur mit Vorsicht von der Leine gelassen werden kann, war anfangs noch nicht abzusehen. Da trottete er brav neben uns her und wenn er sich einmal etwas weiter entfernte, schaute er von selbst danach, uns bloß nicht zu verlieren. Nach fünf oder sechs Wochen jedoch, als er sowohl uns als auch die Umgebung einschätzen konnte, unternahm er die ersten Alleingänge. Er lief nicht wirklich fort, war aber auch nicht abrufbar und scherte sich einen feuchten Kehrricht darum, schrien wir nach ihm, egal in welchem Tonfall. Und da westlich die vielbefahrene Bundesstraße liegt und östlich der Wald mit seinen vielen Förstern, Jägern und Hochstühlen, machte uns die Unzuverlässigkeit des Hundes großes Kopfzerbrechen, dennn nicht einmal das Sichentfernen von unserer Hündin, welche zu 99,9 % zuverlässig abzurufen ist, störte den Malamuten auf Entdeckungsreise.
So kam es, dass der arme Kerl gerade zu der Zeit an die Leine musste, als er das Rennen und Toben für sich entdeckt hatte. Mehr als einmal ruckte es auf beiden Seiten der Leine sehr schmerzhaft, wenn der Maxe übermütig ins Rennen geriet. Und mehr als einmal blutete mir das Herz, wenn er mich fragend anschaute. Aber: so nicht, mein lieber Freund - zu deiner eigenen Sicherheit.
Wir übten also an der 8 Meter Flexi (bei dem Matsch ist eine Schleppleine wahrlich keine Freude!) den Radius um uns herum und das Achten auf den Hundeführer. Erreichte Maxe das Ende der Leine, blieb ich stehen, schaute mir die Landschaft an, machte keinen einzigen Schritt und wartete. Darauf, dass Maxe sich mir zuwandte, auf mich zukam, sein Interesse wieder alleine mir gewidmet war. Tat er das, bekam er ein Jubellob und ein abschließendes "Weiter". Natürlich klappte das nicht immer und überall. Und natürlich ist die Welt für einen jungen Hund, der bisher kaum etwas davon gesehen hat, viiiiiel spannender als ein doofes Frauchen, dass zu Stein erstarrt herumsteht. Und natürlich fluchte das Frauchen im strömenden Regen lautlos in unfeinen Tönen vor sich hin. Aber irgendwann begriff der Hund, worum es ging und wenn man schon einmal richtig nass ist, dann ist jeder weitere Regentropfen auch egal.
Kurioserweise blieb der Maxe zuverlässig in meiner Nähe, waren fremde Hunde anwesend. Sogar dann, wenn die fremden Hunde sich als rechte Flegel mit tauben Ohren entpuppten. Ein leises Wort, eine knappe Geste und der Maxe war an meiner Seite. Zwischendrin rannte er ausgelassen mit Molly und dem fremden Hund über die Felder und zeigte unverhohlen Freude an der Gesellschaft. Nach einigem Überlegen kam ich dahinter, warum er genau dann so ein gut hörender Hund war: er war unsicher, was passieren würde, würde er sich zu weit entfernen und wäre allein mit dem fremden Hund. Sicher ist sicher, und noch sicherer ist es, in der Nähe von Frauchen zu bleiben. Das nutzte ich dann doch gleich aus um ihn oft zu rufen und jedesmal mit Lob und Leckerchen zu überschütten, aus der Hoffnung heraus, dass er meinen Ruf fest mit positivem Gefühl verknüpfen möge.
Die Wegstrecke, auf der wir oft auf fremde Hunde stießen, war dann auch jene, auf der ich den Maxe schließlich von der Leine ließ, ausgerüstet mit Käsehäppchen und einer Pfeife. Eine Pfeife deshalb, weil diese emotionslos immer dasselbe Geräusch macht und weder schrill vor Panik oder garstig vor Zorn wird. Meiner Erfahrung nach hören Hunde sehr gut heraus, auf welchem Level sich der Mensch gerade befindet und zögern das Herankommen aus genau diesem Grund oftmals absichtlich heraus - manchmal mit gutem Grund. Und auch beim Maxe hat sich die Pfeife schließlich bewährt, denn auf Pfiff kommt er schneller und direkter zu mir, als wenn ich ihn mit nervöser Stimmer rufe.
Wir übten nur das Herankommen. Mit Leckerchen und gänzlich ohne Anleinen, denn wird ein Hund nur gerufen, um ihn anzuleinen, bekommt das Rufen den schalen Beigeschmack des "Spaß vorbei". Und zu meiner riesigen Freude klappte das auch sehr gut. Bald traute ich mich, ihn auch auf weniger von fremden Hunden frequentierten Wegen von der Leine zu lassen. Hier klappte der Rückruf weniger gut, weshalb er an unübersichtlichen Stellen und in der Nähe von Straßenverkehr aus dem Freilauf genommen werden musste. Die Quote von 80 % jedoch reichte mir bereits aus, um weiterhin zu üben, üben, üben.
Und heute kam der Maxe endlich zuverlässig und ohne Umschweife auf jedes Signal zurück. Welche Freude auf beiden Seiten. Dass das natürlich morgen schon wieder ganz anders aussehen kann, weiß ich sehr wohl. Dennoch bestärkt es mich darin, ihm weiterhin viel zuzutrauen und ihn nicht aus Bequemlichkeit oder Angst am Freilauf zu hindern.
Liebhund Maxe
In den ersten drei, vier Tagen klebte Maxe mir quasi am Bein. Wo ich auch hin ging, er ging mit. Sogar die schmale, steile Kellertreppe folgte er mir hinab, obwohl er, wie sich später zeigte, Treppen überhaupt nicht mag und sie nicht einmal geht, um sich seinen Ball abzuholen. Die Nächte waren weiterhin anstrengend, denn er fand keine Ruhe, wanderte zwischen allen Räumen hin und her und weckte mich immer wieder durch Anstupsen und Ablecken - eine Rückversicherung, dass alles gut ist und er nichts böses zu erwarten hat. Aus diesem Verhalten heraus hat sich hier bei uns der Satz
"Alles ist gut" verfestigt, mit dem wir ihn auch heute noch beruhigen, wenn er verunsichert ist oder ängstlich reagiert.
Er war und ist wunderbar verfressen, doch noch viel lieber als Leckerchen mag er Hundespielzeuge, die quietschen. Mit diesem Wissen wagten wir es bereits nach wenigen Tagen, ihn auf Spaziergängen von der Leine zu lassen. Folgte er ausnahmsweise einmal nicht unserer Hündin, konnten wir ihn absolut sicher mit einem Quietschspielzeug zurückholen. Den sehr ergreifenden Moment, in dem er zum allerersten Mal voller Lebensfreude und Glück über einen Acker fegte, Bocksprünge machend und sich im Kreis drehend, werden wir wohl niemals vergessen.
Maxe ist ein wenig dicklich, was an dem Überangebot an "Restefutter" - aufgekochte Speisereste aus der Großgastronomie - im Tierasyl Spas liegt. Im Irrglauben, dass ein Tierheimhund aus dem Ausland stets mager und ungepflegt sein muss, bemängelten einige Bekannte und Verwandte das runde Äußere des Hundes. Wir haben jedesmal geduldig erklärt, dass es im Tierasyl an die 400 Hunde gibt und nur eine handvoll Menschen sich darum kümmern. Aus diesem Grund werden die Näpfe immer sehr gut gefüllt, denn niemand hat dort Zeit, zuzuschauen, ob jeder Hund etwas abbekommt oder gar dazwischen zu gehen, entwickelt sich eine blutige Beisserei aus Futterneid. Erst mit dieser Erklärung gaben sich die Kritiker zufrieden und fanden zurück in ihr mitleidiges Bedauern. An dieser Stelle haben wir sie machen lassen, denn nun noch zu erklären, dass die Hunde Riesenglück hatten, im Asyl gelandet zu sein, war uns dann doch zu umfangreich.
Die ersten Hundebegegnungen mit fremden Hunden waren ein wenig stressig für alle Beteiligten. Maxe hatte panische Angst vor fremden Hunden und genauso viel Angst vor deren menschlichen Begleitern. Wir haben ihn aus Sicherheitsgründen stets an die Leine genommen und aus der Ferne erst einmal zuschauen lassen, wie Molly den Erstkontakt aufnimmt. Erst sehr viel später haben wir ihn an den unbekannten Hund herangeführt und dann von der Leine gelassen, um ihm die Möglichkeit zu geben, ausweichen zu können. Nach und nach waren ihm zumindest die Hunde vertraut, die wir öfter einmal im Feld trafen und zu unserer großen Freude traute er sich sich schließlich, mit ihnen über die Felder zu rennen. Solange sie ihm nicht zu nahe kamen, hatte er Spaß an dem wilden Rennen. Näherte sich ein Hund dann doch einmal, blieb er ganz ruhig stehen, rührte sich nicht mehr und zog leicht und vollkommen lautlos die Lefzen hoch. Gottlob sind alle Hund hier im Umkreis so weit sozialisiert, dass sie diese Geste einzuorden wussten und ließen ihn dann auch wieder in Ruhe.
Nach einiger Zeit gewöhnte Maxe sich an, sich des nachts auf seine Decke im Wohnzimmer zu legen. Er kam nicht mehr um mich zu wecken und oftmals schlief er morgens sogar noch weiter, wenn um ihn herum schon das Tagewerk begann. Er kannte den Rhythmus im Haus, wusste, wann es rausgeht, wann es Futter gibt, wann es laut und unruhig sein kann und wann Ruhe herrscht. Fast unmerklich fügte er sich jeden Tag ein wenig mehr in diesen Rhythmus ein und bald war es so, als wäre er niemals irgendwo anders gewesen, sondern immer schon Teil des Menschen-Hunde-Rudels unter diesem Dach.
Mit seiner zurückhaltenden, vorsichtigen und überaus geduldigen Art gewann er Sympathie und Herzen aller, die ihn kennenlernten durften. Angst hatte niemand vor ihm, denn er strahlte von anfang an Gutmütigkeit und Freundlichkeit aus. Lediglich an der kurzen Leine wussten ihn fremde Hunde bald zu meiden, denn dort zog er eines Tages nicht nur leicht die Lefzen hoch, sondern drohte ganz unverhohlen. Ein Verhalten, das jedoch bei Hunden sehr normal und üblich ist, kann doch an der kurzen Leine weder Körpersprache gezeigt, noch ausgewichen werden. So mieden wir fremde Hunde mit dem angeleinten Maxe, konnten aber gleichzeitig sicher sein, dass nichts passiert, sobald er abgeleint ist, denn offenen Konflikten ging er gekonnt aus dem Wege.
Abends, wenn hier alle zur Ruhe kamen, genoss er ausdauernde Streichel- und Knuddeleinheiten von jedem, der bereit und willens dazu war. Stundenlang konnte er auf dem Rücken ausgestreckt liegen und sich den Bauch kraulen lassen. Und wehe, man deutete an, dass man nun nicht mehr wollte. Sofort umklammerte er mit den Vorderpfoten die streichelnde Hand und "bat" um mehr. Dazu konnte er so herzallerliebst aus dem Fell schauen, dass man einfach dahinschmalz. Natürlich war uns allen bewusst, dass man für ihn nicht zum "Selbstbedienungsautomaten" verkommen und ihm alle Wünsche auf Anfrage erfüllen durfte, aber froh darüber, dass er unsere Nähe suchte und uns gegenüber überhaupt keine Scheu zeigte, verschoben wir das regulierende Neinsagen auf später, denn was konnte gerade schöner sein, als zu sehen, wie aus diesem verschreckten, verängstigten und zurückzuckenden Hund ein solcher Schmusebär wurde?
Maxe war und ist ein großer, lieber, runder Kuschelbär. Ein Liebhund, wie man ihn sich nur vorstellen kann.
23. November 10
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Ankunft von Maxe
Der Transport von Kroatien nach Deutschland stand fest und würde stattfinden, jedoch die Frage, wie Awik von der Übergabestelle in Nürnberg weiter in den Norden in die Göttinger Gegend kommen würde, war ungeklärt. Im schlechtesten Fall würde er noch einige Tage, vielleicht sogar zwei Wochen in Nürnberg zwischenstationiert werden, bis er von dort weitertransportiert werden kann. Das würde für den Hund weiteren Stress bedeuten und weil wir das vermeiden wollten und außerdem vor lauter Vorfreude fast platzten, entschieden wir uns, Awik am 26. September selbst aus Nürnberg abzuholen. Und wenn wir ohnehin dorthin fahren, warum nicht auch gleich die anderen Hunde mitnehmen, die weiter in den Norden gebracht werden sollen?
Gedacht, getan, bzw. organisiert. Transportboxen wurden uns vom deutschen Tierschutzverein gestellt - und sogar hergebracht - und die Sitze und Rückbank unseres gottlob großen Autos ausgebaut. Decken, Handtücher, Wasserbehälter, Hundeleinen und -halsbänder eingepackt, nochmal auf die Karte geschaut - und losgefahren.
Es ist logischerweise schwer, den genauen Zeitpunkt der Ankunft in Nürnberg anzugeben, wenn man mit einer Ladung Hunde von Kroatien kommt und sich an der Grenze auch noch mit dem Zoll herumplagen muss. Den kroatischen Zöllner ist es suspekt, warum jemand vier, fünf, sechs oder mehr Hunde über die Grenze schaffen will und so kommt es regelmäßig vor, dass es mehr oder weniger schwierig wird, den Transport zu erklären. Und außerdem gibt es immer mal wieder dieses oder jenes, das die Fahrt unterbrechen oder verlängern kann. So auch an dem Tag, an dem wir auf "unseren Awik" warteten. Aber da der Übergabeort klug gewählt war, konnten wir uns die Zeit recht angenehm vertreiben und drehten mit unserer Molly, die natürlich nicht den ganzen Tag lang allein daheim bleiben konnte, eine schöne Hunderunde. Einigermaßen entspannt warteten wir also der Dinge, die da kommen sollten...
... und waren mit einmal mittendrin in einem Tumult, den wir nicht erwartet hatten.
Ein vollkommen unscheinbares Auto hielt in einer Parkbucht, die Fahrertür flog auf und ohne dass wir die Person kannten, die die Hunde bringen sollte, wussten wir sofort: das muss sie sein. Und während wir uns noch zu organisieren versuchten, kamen plötzlich aus allen Windrichtungen Leute angelaufen und scharrten sich um das soeben angekommene Auto. Türen gingen auf, hundegefüllte Boxen wurden herausgehievt, ein unsagbarer Gestank kam aus dem Wageninneren und unsere Molly duckte sich verängstigt zur Seite weg, genauso überfordert von alledem, wie wir.
Um den Tieren einen unnötig langen Zwischenaufenthalt zu ersparen, beeilten sich alle, die Verladung für den Weitertransport so schnell wie möglich zu erledigen. Die Hunde, die mit uns weiterfahren sollten, mussten in die von uns mitgebrachten Boxen umgeladen werden. Alle Hunde waren sediert, einige inzwischen schon wieder ein bisschen munter, andere jedoch vollkommen platt und regungslos. Ebenfalls platt, aber keinesfalls regungslos war die Fahrerin des Wagens, der aus Kroatien gekommen war. Sie schien acht Hände und neun Paar Ohren zu haben, war überall zugleich und wo ich noch zögerte, zuzupacken, hatte sie den Hund bereits fest im Griff und trug ihn vor sich her.
Schließlich hatten wir drei Hunde im Auto, eine Stapel Papiere auf dem Armaturenbrett und Herzklopfen bis zum Hals. Und nun war auch endlich etwas Zeit, den Burschen anzusehen, der nirgendwo anders mehr aussteigen sollte, als direkt bei uns daheim. Groß war er, weiß, grau und schwarz. Noch sehr stark sediert, hob er immer mal wieder kurz den Kopf, ließ ihn aber gleich wieder müde fallen. Wie alle anderen Hunde auch, stank er bestialisch nach Hundezwinger. Er lag zwischen den Boxen, denn er war einfach zu groß um ihn irgendwo hineinzuzwängen, vor allem auch deshalb, weil er selbst nicht laufen und aktiv mithelfen konnte. Außer ihm waren noch zwei Hündinnen im hinteren Wagenraum. Beide hatten die Augen offen und schauten mich fragend und verwirrt, aber überaus freundlich an.
Es dunkelte draußen und je länger wir fuhren, umso ruhiger wurden alle Hunde. Auch unsere Molly hörte zu hecheln auf und lag ganz still da und döste. Für einen kurzen Moment hatten wir den Einfall, gar nicht mehr anzuhalten und alle Tiere mit nach Hause zu nehmen, aber erstens wurden die Hunde von anderen Menschen erwartet und zweitens kannten wir unsere Kapazitäten und Grenzen.
Eine halbe Stunde Fahrzeit vor unserem Wohnort hielten wir erneut an und die beiden Hündinnen wurden erneut umgeladen. Obwohl sie nun hätten selbst gehen können, mussten sie wiederum getragen werden, denn keine der beiden wollte die ruhige Dunkelheit unseres Wagens verlassen. Dann noch ein bisschen Papierkram und schon waren wir wieder unterwegs, mit einem sehr seltsamen, beinahe an Wehmut erinnerndes Gefühl in der Herzgegend.
Unser Bursche Awik/Maxe war schließlich auch daheim angekommen und noch immer sehr, sehr müde. Wir entschlossen uns, ihn mitsamt Box ins Haus zu tragen. Kaum drinnen angekommen, wollte er hinausgelassen werden. Unsere Molly riss entsetzt die Augen auf, als er schnurstracks auf sie zutaumelte. Um die Situation zu entschärfen und Awik Gelegenheit zu geben, sich zu erleichtern, leinten wir beide Hunde an und machten ein paar Schritte durch unsere Ortschaft. Molly wich dem Neuankömmling aus, so weit es nur ging, aber dieser hatte nichts anderes im Sinn, als ihr ständig und möglichst nah zu folgen.
Zurück im Haus ließen wir beide Hunde von der Leine und warteten handlungsbereit ab, was nun passieren würde. Doch Molly rannte sofort zu ihrem Lieblingsplatz unter dem Büroschreibtisch und Awik untersuchte in aller Seelenruhe und mit sehr, sehr klein-müden Augen die Umgebung. Dabei kam er immer wieder zu uns Menschen, leckte uns die Hände und wollte gestreichelt werden. Spät in der Nacht nahm er ein paar Brocken Futter zu sich, schlabberte ein wenig Wasser und setzte seine unruhige Runde durch das Haus fort. Um Molly ein wenig zu entspannen, durfte sie im oberen Stockwerk schlafen, während ich sowohl mir als auch Awik/Maxe ein Lager im Erdgeschoss einrichtete.
Geschlafen haben wir nicht viel, Awik, der nun Maxe heißen sollte, und ich. Immer wieder stupste er mich an, leckte meine Hände, mein Gesicht, knabberte sogar an meinen Haaren und schlich dann wieder unruhig von dannen. Erst nach vielen Stunden rastloser Wanderschaft legte er sich neben mein Bett und döste ein. Und dann war es auch schon wieder Tag und das neue Leben des Malamut Maxe konnte nun richtig beginnen.
11. November 10
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Liebhund Maxe
8 Monate nach dem Dahinscheiden unseres einzigartigen und unvergesslichen Charmebolzen
Spike trauerte unsere sensible Erbsenprinzessin
Molly noch immer um ihren Gefährten. Was sie früher niemals getan hatte, tat sie nun mehrmals am Tag: sie stellte sich vor uns uns wimmerte ohne ersichtlichen oder nachvollziehbaren Grund. Und noch eines brach uns fast das Herz: einen Kauknochen, der einst Spike gehörte, den er aber niemals gefressen hatte, trug sie durch das Haus, legte ihn mal hier, mal dort ab, aber benagte ihn nicht. Das i-Tüpfelchen ihrer Trauer war jedoch, dass sie mich mit traurigen Augen anwinselte, als ich ein altes Ritual fortzusetzen wagte. Als Spike noch lebte, brachte ich vom Einkauf gefüllte Minikauknochen mit -die einzigen, die er noch mochte und in seinem Alter auch tatsächlich aufnagen wollte und konnte. Jedemals, wenn ich heimkam, stellte ich den Einkauf ab und kramte als allererstes für jeden Hund einen dieser Miniknochen aus dem Korb. Als ich dieses nun mit Molly so weiter fortsetzen wollte, nahm sie das Präsent nicht an, sondern schlich auf ihren Hundeplatz.
Wir waren uns schließlich einig: ein neuer Zweithund sollte einziehen. Und auch jetzt wieder wollten wir lieber einem Tierheimhund ein Zuhause geben, als einen der unzähligen auf den Markt geworfenen (im wahrsten Sinne des Wortes) Welpen zu kaufen. Aber wie das so ist, wenn man Abschied von einem geschätzten Tier genommen hat, taten wir uns schwer, uns für einen Hund zu entscheiden. Eher halbherzig schauten wir uns immer mal wieder auf den Webseiten der örtlichen Tierheime um, fanden auch immer mal wieder einen Kandidaten, der uns geeignet erschien, aber schritten dann doch niemals zur Tat. Und dann schlief der Gedanke an einen neuen Zweithund unabgesprochen wieder ein. Bis wir eines Tages auf der Webseite des
Tierheim Göttingen den kroatischen Notfallhund "Awik" entdeckten. Ein Hund wie ein Eisbär. Ein Malamut-Mischling, knapp eineinhalb Jahre alt, gross, rund, knuffig und mit herzerweichend traurigen Augen und hängenden Ohren. Die Beschreibung erzählte von einem ruhigen, zurückhaltenden und verschreckten Tier, das sich im
Tierasyl "Spas" in Kroatien sehr schwer tat und trotz seiner üblen Erfahrungen immer noch die Nähe zu Menschen sucht. Awik sollte in die Tötungsstation, weil er einem Huhn nachgelaufen war - ein Verhalten, dass für einen Hund vollkommen normal ist: etwas läuft davon, also läuft Hund hinterher. Zumal als Junghund, der vor Neugierde geradezu platzt. Zu seinem Glück mischten sich die Nachbarn ein und brachten den jungen Hund ins Tierasyl Spas, wo er bereits ein halbes Jahr war, als wir ihn schließlich entdeckten.
Wir sprachen recht kurz miteinander über diesen Hund als neues Familienmitglied und noch am gleichen Tag riefen wir die Telefonnummer unter Awiks Beschreibung an. Leider war nur ein Anrufbeantworter am anderen Ende der Leitung und so schickten wir noch rasch eine Mail hinterher. Mit der Frau, die sich dann bei uns meldete, kamen wir schnell überein: Awik ist der richtige Hund für uns und mit dem nächsten Transport von Kroatien nach Deutschland soll er unser neuer Zweithund werden.
In unserer Vorfreude erzählten wir natürlich Freunden und Bekannten von unserem baldigen Neuzuwachs und informierten uns auf allen möglichen Wegen über das Wesen des Malamut. Und was uns Freunde und Bekannte ans Herz legten, lasen wir auch überall, wo wir nach Informationen suchten: ein Malamut ist ein schwieriger, sturer Hund mit einem unbändigen Bewegungsdrang, dem nur sehr sportliche Menschen mit unendlichem Zeitvorrat gerecht werden können. Erste Zweifel waren gesät, ob wir die richtigen Menschen für diesen Hund sein können, ob wir überhaupt zu leisten vermögen, was dieser Hund uns abverlangen wird. Schließlich entschuldigte wir uns bei der freundlichen Dame und zogen unsere Übernahmeanfrage zurück.
Tage und Wochen vergingen und immer wieder sprachen wir über den Malamut-Mix in Kroatien. Was wird aus ihm, wenn er noch einmal sechs Monate im Tierasyl verbringen muss, oder gar niemals jemand bereit ist, ihm eine zweite Chance zu geben? Und ist es tatsächlich zu wenig, was wir ihm mit unserer jahrelangen Hundeerfahrung und den täglichen zweimal eine Stunde in freier Natur bieten können? Ist das nicht immer noch 100 % mehr als das, was er jetzt hat, wo doch auf ca. 400 Hunde in Tierasy Spas eine handvoll Menschen kommen, die aus massivem Zeitmangel nur füttern und pflegen, jedoch nicht spazieren gehen, spielen und kuscheln können?
Wir riefen erneut bei der freundlichen Frau an und teilten ihr unsere Gedanken und Überlegungen mit. Nach Rücksprache mit dem Tierasyl in Kroatien wollte sie mit uns gemeinsam überlegen, ob Awik bei uns richtig sein würde. Awik ist in Kroatien ein sehr ruhiger Hund, der weder wild herumrennt, noch nervös oder überdreht herumzappelt. Er ist relativ ausgeglichen, angesichts der vielen Hunde, die um ihn herumwuseln und recht zufrieden damit, bei den kleineren Hunden untergebracht worden zu sein, wo er besser zurechtkommt, als bei den großen, vor denen er Angst hat. Nach einigen weiteren Gesprächen, sowohl intern, als auch mit der lieben Frau der Tierhilfe
Aktiv für Hunde in Not entschieden wir uns endgültig für Awik.
Bereits am 26. September sollte der nächste Tiertransport stattfinden und wenn alles klappt, würde Awik dabei sein.
11. November 10
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